The Invariability of Past and Future: Relativity of Simultaneity and the Ontology of Becoming

Ist die Vergangenheit wirklich unveränderlich – und die Zukunft offen?

Wir sind gewohnt, die Vergangenheit als feststehend und die Zukunft als offen zu betrachten. Was geschehen ist, lässt sich nicht mehr ändern. Was geschehen wird, scheint dagegen noch nicht entschieden zu sein.

Doch ist diese Unterscheidung tatsächlich eine Eigenschaft der Wirklichkeit – oder lediglich Ausdruck unserer unterschiedlichen Erkenntnismöglichkeiten?

Von der Vergangenheit können uns Zeugnisse vorliegen. Von der Zukunft können wir zwar Erwartungen und Vorhersagen haben, aber noch keine gewöhnlichen Zeugnisse dessen, was erst geschehen wird. Daraus allein folgt jedoch nicht, dass die Vergangenheit ontologisch unveränderlich und die Zukunft tatsächlich offen ist.

Die spezielle Relativitätstheorie verschärft dieses Problem. Denn was für einen Beobachter bereits Vergangenheit ist, kann für einen anderen noch Zukunft sein, sofern es sich um entsprechend raumartig getrennte Ereignisse handelt. Wie lässt sich unter diesen Voraussetzungen eine allgemeingültige Grenze zwischen einer offenen Zukunft und einer invariablen Vergangenheit denken?

Anhand einfacher Gedankenexperimente – etwa zweier Fahrräder, die an weit voneinander entfernten Orten umfallen, oder eines Menschen, der bewusst entscheidet, eines davon umzustoßen – untersucht die Arbeit diese Frage.

Dabei werden verschiedene philosophische Möglichkeiten gegenübergestellt: eine vollständig ausgestaltete Vergangenheit und Zukunft, eine möglicherweise auch in der Vergangenheit bestehende Offenheit, eine relative Festgelegtheit der Wirklichkeit sowie die Vorstellung eines lokalen Werdens. Auch die klassischen Auffassungen des Präsentismus und des Growing Block Universe werden berücksichtigt.

Keine dieser Möglichkeiten erweist sich als vollständig überzeugend. Allerdings lässt sich auch keine allein aufgrund der Relativität der Gleichzeitigkeit abschließend als ontologische Position ausschließen.

Das Paper beansprucht deshalb keine endgültige Antwort. Sein Ergebnis besteht vielmehr darin, eine scheinbare Selbstverständlichkeit als philosophisch offene Frage sichtbar zu machen.

Manchmal besteht ein Erkenntnisfortschritt nicht darin, eine neue Antwort zu finden, sondern darin, zu erkennen, weshalb eine bisher für selbstverständlich gehaltene Antwort keineswegs selbstverständlich ist.

Veröffentlichung:

Eigler, D. (2026). The Invariability of Past and Future: Relativity of Simultaneity and the Ontology of Becoming. Zenodo.

https://doi.org/10.5281/zenodo.23478627

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