YouTube Playlist „Christlicher und spiritueller Content“
Mai-Andacht 11. Mai 2023
Bild: Maria, Spiegel der Dreifaltigkeit

Lied: Gotteslob 525 Freu Dich Du Himmelskönigin
V:
Du, Maria bist heute bei uns.
Wir begrüßen Dich und heißen Dich willkommen in unserer Mitte.
Wir freuen uns, bei Dir zu sein.
Wir wissen, dass Du uns liebst und uns immer hilfst.
Maria, Du zärtliche und zuneigungsvolle Mutter Jesu, Du bist auch unsere geistige Mutter.
Wir sind Deine geistigen Kinder.
Du nimmst uns auf Deinen Schoß und drückst uns an Deine Brust, wie es eben nur eine Mutter kann.
Maria, Du starke und selbstbewusste Frau, in Dir haben wir ein Vorbild von Mut und Kraft.
Schon als junge Frau hast Du Dich nicht gescheut, beim Engel genau nachzufragen: „Wie soll das geschehen?“ Das war mutig, klug und gar nicht kleinlaut.
Später bei der Hochzeit in Kana hast Du nicht auf Jesus gehört, als er sagte, seine Stunde sei noch nicht gekommen. Du hast zu den Dienern gesagt: „Tut, was er Euch sagt“, sodass Jesus aus sich herausgehen konnte. Du hast Jesus in diesem Moment mehr zugetraut, als er sich selbst.
Wir wissen, dass Du auch uns viel zutraust und Dein Vertrauen stärkt uns.
Wir denken auch an Dich, als Du mit der ganzen Familie gekommen bist, um Jesus nach Hause zu holen. Da warst Du Dir Deiner Sache sicher und standest zu Deiner Meinung. Das ist beeindruckend.
Maria, Du hast alles in Deinem Herzen erwogen und behalten. Auch wir sollten uns unsere Gedanken viel öfter durch das Herz gehen lassen, und sie sorgsam prüfen, ob sie uns guttun, ob sie Gedanken für das Leben sind, und uns trennen von dem, was uns nicht guttut.
Du hast vieles auch deshalb im Herzen behalten, weil es Dir schlichtweg unverständlich war. Geduldig bewahrtest Du es auf, damit Du es vielleicht später einmal verstehen würdest. Maria, wir sind oft ungeduldig und wollen alles auf einmal wissen. Hilf uns, geduldig zu sein. Alles wird sich weisen.
Maria, Du willst uns wieder immer zu Jesus bringen. Du holst uns zurück, wenn wir uns verloren haben.
Damit hast Du Erfahrung. Jesus war kein einfaches Kind. Ohne um Erlaubnis zu fragen, blieb er einfach im Tempel in Jerusalem zurück und Du und Josef mussten ihn drei Tage lang suchen, bis ihr ihn endlich wieder gefunden habt.
Auch uns suchst Du, bis Du uns wieder findest. Dann bringst Du uns zu Deinem Sohn.
Kraftvoll und liebevoll sind bei Dir keine Widersprüche.
Du hast kraftvolle Liebe und liebevolle Kraft.
Wir wollen mit Dir gemeinsam Dein kraftvolles und liebevolles Loblied auf Gott beten, Dein Magnificat.
A:
Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.
Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?
In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib.
Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.
Da sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn, /
und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.
Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. / Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.
Denn der Mächtige hat Großes an mir getan / und sein Name ist heilig.
Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht / über alle, die ihn fürchten.
Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: / Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;
er stürzt die Mächtigen vom Thron / und erhöht die Niedrigen.
Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben / und lässt die Reichen leer ausgehen.
Er nimmt sich seines Knechtes Israel an / und denkt an sein Erbarmen,
das er unsern Vätern verheißen hat, / Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.
(Lk 1,46)
V: Elisabeth spricht es zum ersten Mal aus: Mutter des Herrn. Muttergottes.
In Maria spiegelt sich mystisch die Dreifaltigkeit Gottes, ist sie doch gleichzeitig Tochter Gottes, Braut Gottes und Mutter Gottes.
Als Tochter Gottes wurde sie unbefleckt empfangen im Schoss ihrer Mutter, besonders ausgezeichnet schon im Mutterleib der Heiligen Anna.
Als Braut Gottes empfing sie jungfräulich ihren Sohn Jesus, allein durch die Geistwirkung Gottes.
Als Mutter Jesu ist sie Jesus immer besonders nahe.
Maria, Dein Sohn Jesus liebt die Kinder ganz besonders.
Das hat er wohl von Dir.
Lied: Gotteslob 524 Meerstern, ich Dich grüße
Wir können alle unter Deinen Schutzmantel schlüpfen und uns dort geborgen fühlen.
Vertrauensvoll beten wir zu Dir:
A: Maria, breit den Mantel aus,
mach Schirm und Schild für uns daraus;
lass uns darunter sicher stehn,
bis alle Stürm vorübergehn.
Patronin voller Güte,
uns allezeit behüte.
Amen.
V: Bei Marias Mantel ist es ähnlich wie beim Saum des Gewandes Jesu.
Schon allein, ihn zu berühren, kann Wunder bewirken.
Maria beschützt uns und nimmt uns unter ihre Fittiche.
Beten wir:
A: Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir,
o heilige Gottesgebärerin.
Verschmähe nicht unser Gebet in unsern Nöten,
sondern erlöse uns jederzeit aus allen Gefahren,
o du glorreiche und gebenedeite Jungfrau.
Unsere Frau, unsere Mittlerin, unsere Fürsprecherin.
Versöhne uns mit deinem Sohne,
empfiehl uns deinem Sohne,
stelle uns vor deinem Sohne.
Amen.
Lied: Gotteslob 521 Maria, Dich lieben
V: Durch Deine unkomplizierte Art und Deinen direkten Draht zu Jesus bist Du uns eine kraftvolle und mächtige Fürsprecherin.
Du und Jesus sind immer vereint.
Wo Jesus ist, da bist auch Du.
Bitte bring unsere Anliegen für die Frauen der ganzen Welt vor Jesus:
V: Wir beten für alle Frauen, deren Kinder ohne Vater aufwachsen. A: Maria, trag unser Anliegen zu Jesus, Deinem Sohn.
V: Wir beten für alle Frauen, die daran denken, abzutreiben und alle Frauen, die bereits abgetrieben haben. A: Maria, trag unser Anliegen zu Jesus, Deinem Sohn.
V: Wir beten für alle Frauen, denen Gewalt zustößt, die in der Kindheit geschlagen wurden und alle Frauen, die selbst ihre Kinder schlagen. A: Maria, trag unser Anliegen zu Jesus, Deinem Sohn.
V: Wir beten für alle vergewaltigten Frauen, alle Opfer sexuellen Missbrauchs und alle, die selbst gewalttätig sind. A: Maria, trag unser Anliegen zu Jesus, Deinem Sohn.
V: Wir beten für alle Mädchen, die nicht in die Schule geschickt werden und für alle Frauen, die Analphabetinnen geblieben sind. A: Maria, trag unser Anliegen zu Jesus, Deinem Sohn.
V: Wir beten für alle Frauen, die zwangsverheiratet werden, für alle, die sich nicht scheiden lassen können, für alle recht- und würdelos gewordenen und für alle ausweglosen Frauen. A: Maria, trag unser Anliegen zu Jesus, Deinem Sohn.
V: Wir beten für alle Frauen, deren Partner im Haushalt keinen Finger rühren und sich bedienen lassen, für alle, die sich nicht abgrenzen können, für alle Frauen im Burn-Out. Wir beten für alle Frauen, denen der Tag zu kurz und die Arbeit zu viel ist und für alle, die nicht mehr ein noch aus wissen. A: Maria, trag unser Anliegen zu Jesus, Deinem Sohn.
V: Wir beten für alle Frauen, die am Arbeitsplatz ausgebeutet werden, alle, die ihre jungen Kinder arbeiten schicken müssen und für alle obdachlosen Frauen und für alle Frauen, die kilometerweit gehen müssen, um an eine Wasserstelle zu kommen. A: Maria, trag unser Anliegen zu Jesus, Deinem Sohn.
V: Wir beten für alle Frauen, die Opfer von Mobbing sind und auch für alle Frauen, die andere mobben. Wir beten für Frauen, die schikaniert werden und jene, die andere schikanieren. Wir beten für alle Frauen, die von ihrem Partner betrogen werden und für alle die ihren Partner betrügen. A: Maria, trag unser Anliegen zu Jesus, Deinem Sohn.
V: Wir beten für alle Sexarbeiterinnen, die aussteigen wollen, aber keinen Ausweg aus ihrer Situation finden und für alle Frauen, die Opfer von Menschenhandel geworden sind. A: Maria, trag unser Anliegen zu Jesus, Deinem Sohn.
V: Wir beten für alle geflüchteten Frauen, für alle Frauen, die Opfer von Naturkatastrophen geworden sind und für alle Frauen im Gefängnis. A: Maria, trag unser Anliegen zu Jesus, Deinem Sohn.
V: Wir beten für alle Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch, für alle Mütter von Sternenkindern, für alle Mütter, die ihre Kinder leiden sehen müssen, insbesondere Mütter von Kindern mit Krebs, für alle Mütter, die ein Kind verloren haben und für alle Mütter benachteiligter Kinder. A: Maria, trag unser Anliegen zu Jesus, Deinem Sohn.
V: Wir beten für alle kranken Frauen, alle psychisch verwundeten und für alle Frauen, die allein und verlassen sind. Wir beten für alle Frauen, die an Selbstmord denken oder bereits einen Selbstmordversuch gemacht haben. Wir beten für alle Frauen, die sich nicht so annehmen können, wie sie sind, zum Beispiel weil sie sich als zu dick, als zu wenig schön oder sonst wie als ungenügend ansehen. Wir beten für alle Frauen, die keine Freundinnen und Freunde haben, für alle Frauen mit Ängsten und für alle Frauen, die sich nicht mehr aus dem Haus trauen. A: Maria, trag unser Anliegen zu Jesus, Deinem Sohn.
V: Wir beten für alle Frauen, die sich vor ihrem eigenen Körper ekeln, für alle Frauen, die sich vor Männern ekeln, für alle Frauen, die sich nicht mehr spüren können, für alle Frauen, die darunter leiden, im falschen Körper geboren zu sein, für alle Frauen, die sich scheuen, ihre sexuelle Orientierung zu outen. A: Maria, trag unser Anliegen zu Jesus, Deinem Sohn.
V: Wir beten für alle Frauen mit Schmerzen, für alle Frauen, die sich schämen, für alle verbitterten Frauen, für alle weinenden Frauen und alle, die am liebsten weinen wollten, aber nicht mehr weinen können. A: Maria, trag unser Anliegen zu Jesus, Deinem Sohn.
V: Wir beten für alle gehörlosen, tauben, blinden, an einen Rollstuhl gefesselten oder sonst irgendwie eingeschränkten Frauen, wir beten für alle todgeweihten und sterbenden Frauen, für alle von Alkohol, Nikotin, und sonstigen Drogen oder Medikamenten abhängigen Frauen. A: Maria, trag unser Anliegen zu Jesus, Deinem Sohn.
V: Wir beten für Frauen, die diskriminiert werden, für Frauen, die keine ihrer Ausbildung entsprechende Anstellung finden und für Frauen, die ihre Ausbildung abgebrochen haben. Wir beten für Frauen, die ihren Arbeitsplatz verloren haben oder Angst haben, ihn zu verlieren. A: Maria, trag unser Anliegen zu Jesus, Deinem Sohn.
V: Wir beten für Frauen ohne Krankenversicherung, für alle Frauen, die überschuldet, gepfändet oder vom Privatkonkurs betroffen sind, für Frauen, die um ihren Unterhalt und den ihrer Kinder streiten müssen. Wir beten alle Frauen, die angesichts der Inflation nicht mehr mit dem Geld auskommen, insbesondere Witwen mit Mindestpension und teilzeitbeschäftigte Alleinerzieherinnen. A: Maria, trag unser Anliegen zu Jesus, Deinem Sohn.
V: Wir beten für Frauen, die ihre Schwangerschaft heimlich halten, für Frauen, die ihr Kind ganz allein zur Welt bringen, für Frauen, die ein Kind weglegen und für Frauen, die ihre Kinder vermissen. Wir beten für alle Frauen, deren Kinder jeden Kontakt abgebrochen haben und jene, die selbst den Kontakt zu ihren Kindern abgebrochen haben. A: Maria, trag unser Anliegen zu Jesus, Deinem Sohn.
V: Wir beten für alle Frauen, die ihre Berufung nicht leben können und dafür, dass Frauen zum Diakonissen-, Priester- und Bischofsamt zugelassen werden. Wir beten dafür, bald eine Päpstin zu haben. A: Maria, trag unser Anliegen zu Jesus, Deinem Sohn.
V: Wir beten für alle Frauen, die ihre Eltern und Schwiegereltern pflegen, für Frauen, die liebevoll die Gräber ihrer Verstorbenen betreuen, für alle Frauen, die sich für andere engagieren, für die Pädagoginnen und für alle Frauen in Sozialberufen und alle, die sich aufopfern für die Armen, Kranken und Benachteiligten. A: Maria, trag unser Anliegen zu Jesus, Deinem Sohn.
V: Wir beten für alle Frauen, die den Rosenkranz beten, für alle Mütter und Großmütter, die den Kindern den Glauben weitergeben, für alle Frauen, die Sakramentsvorbereitungskurse leiten und Sakramente spenden, für alle Frauen, die beim Kirchenputzen helfen, für alle Sängerinnen und Musikerinnen, Kantorinnen und Lektorinnen, Frauen, die den Begrüßungsdienst machen oder das Opfergeld absammeln, und alle Frauen, die für die Pfarre und die Caritas tätig sind. A: Maria, trag unser Anliegen zu Jesus, Deinem Sohn.
V: Wir beten für alle nicht mit sich, mit anderen und mit Gott versöhnten Frauen und für alle Frauen, die nicht an Gott glauben können. Wir beten für alle Frauen, die von der Kirche oder von Gott enttäuscht sind. A: Maria, trag unser Anliegen zu Jesus, Deinem Sohn.
V: Wir beten für unsere Mütter, Großmütter, und alle Vorfahrinnen, unsere Töchter, Enkelinnen und alle unsere Nachkommen. A: Maria, trag unser Anliegen zu Jesus, Deinem Sohn.
V: Maria, noch größer als das Leiden der Frauen auf der Welt ist Gottes Barmherzigkeit und Liebe.
Erwirke, dass auf Deine liebevolle Fürsprache, allen Frauen geholfen wird, durch Gottes überreiche Gnade.
Wir danken Dir für Dein Hinsehen auf das Leid der Frauen.
Wende uns allen Deine barmherzigen Augen zu und schenke uns Deinen Muttersegen.
Maria mit dem Kinde lieb, A: uns allen Deinen Segen gib.
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Amen.
V: Liebe Gläubige! Ich danke Ihnen, dass wir gemeinsam diese Mai-Andacht begehen durften. Ich wünsche Ihnen noch einen gesegneten Wonnemonat Mai. Machen Sie es gut.
Lied: Gotteslob 535 Segne Du Maria
Lied: Ave Maria

Mai-Andacht 2.5.2024

V: Maria, wir heißen Dich in unserer Mitte willkommen. Auch wenn Du uns nicht direkt antworten kannst, so glauben wir doch fest daran, dass Du uns hörst. Wie jedes Jahr kommen wir im Mai zusammen, um eine Zeit mit Dir zu verbringen. Wir freuen uns darüber, dass Du uns nahe und gerne unter uns bist.
Wir wollen Dich begrüßen, mit jenem Gebet, das wiedergibt wie der Erzengel Gabriel und Deine Base Elisabeth Dich begrüßt haben:
A:
Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade,
der Herr ist mit dir.
Du bist gebenedeit unter den Frauen,
und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes,
Jesus.
Heilige Maria, Mutter Gottes,
bitte für uns Sünder,
jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.
V: Wir singen gemeinsam das Lied der Engel des Herrn.
A: Lied: GL 956, Der Engel des Herrn, 3 Strophen
V: Heilige Maria, wenn wir Dein Leben betrachten, war dies keineswegs eine „gmahte Wiesn“. Wir blicken auf keine Erfolgsstory sondern auf ein Leben, wie es das Leben schreibt. Dein Leben war voller Rückschläge, Hindernisse, Ausweglosigkeiten, Schicksalsschläge, unerwarteter Wendungen.
A: Maria, Du starke Frau, zeige uns durch Dein Leben, wie auch unseres gelingen kann.
V: Maria, du wurdest als junges Mädchen ledig schwanger, ein Schicksal, das viele junge Mädchen vor und nach Dir erfahren haben. Die Familie richtet dann schnell, statt aufzurichten. Die Nachbarn reden offen und hinter dem Rücken nicht nur Gutes.
A: Maria, Du Opfer falscher Beschuldigung, übler Nachrede und guter Ratschläge, die doch mehr Schläge sind als Rat, zeige all jenen unter uns, die in ähnlichen Situationen stecken, wie das auszuhalten ist und dass es sich lohnt, es auszuhalten.
V: Maria, kurz vor Weihnachten war es für Dich wohl so, als ginge es nicht mehr tiefer. Was soll sein, was soll noch kommen? Kein Obdach, niemand, der einen aufnimmt, allseits verstoßen, ignoriert und verspottet. Wo ist mein Platz? Wo passe ich hin? Ist da jemand?
A: Maria, Du Obdachlose, Verstoßene, Verachtete, zeige uns durch Dein Leben, dass wenn wir tiefe dunkle Täler durchschreiten, meist doch auch wieder irgendwo Licht zu uns kommt.
V: Maria, bald nach Jesu Geburt musstest Du nach Ägypten fliehen. Du warst eine Fremde in einem fremden Land. Es mangelte an allem. Vieles musstest Du von anderen erbitten. Was bleibt einem schon anderes über?
A: Maria, du heimatvertriebene Flüchtlingsfrau, zeige uns durch Dein Leben, dass wir uns auch dann, wenn wir klein und schwach sind und uns ganz in der Abhängigkeit von anderen befinden, doch immer freundlich und vertrauensvoll auf die Welt zugehen können.
V: Maria, was hast Du nicht – in Bethlehem, in Ägypten und wohl auch später noch – an Entbehrungen auf Dich genommen. Das Muttergottessein hatte so ganz und gar nichts von Glanz und Gloria an sich.
A: Maria, du Frau der Armut und der Entbehrung, zeige uns durch Dein Leben, was wirklich wichtig ist im Leben, nämlich Wärme, Liebe, Zärtlichkeit und Nähe.
V: Maria, soweit wir wissen, ist Josef recht früh verstorben und Du wurdest Witwe. Alleinerziehende Mutter. Ganz auf Dich allein gestellt. Ohne soziales Netz.
A: Maria, du starke Frau, zeige uns durch Dein Leben, dass viel Kraft in uns steckt, wenn wir uns auf das Leben einlassen mit allem Auf und Nieder.
V: Maria, wie uns Markus berichtet, war Dein Verhältnis zu Jesus nicht stets ungetrübt, sondern von ziemlichen Spannungen geprägt. Du konntest – zunächst? – einfach nicht verstehen, warum er in der Welt umherzog und das kommende Reich Gottes verkündete, wenn Du ihn zuhause doch so dringend benötigt hättest.
A: Maria, Du Liebevolle auch im Konflikt, du Maßvolle auch in der Auseinandersetzung, zeige uns durch Dein Leben, dass liebevolles Hinsehen, der Versuch der Zurechtweisung, aber dann auch das Nachgeben und nicht stur Beharren auf der eigenen Meinung wichtig sind auch in unserem Leben.
V: So kam denn wohl auch, wenn schon nicht der Prophet zum Berg, so der Berg zum Propheten. Da Du Jesus nicht davon überzeugen konntest, zu Dir nach Hause zu kommen, bist offenbar Du davon überzeugt worden, ihm nachzufolgen. So hast Du, in dem Du nicht auf Deiner Façon bestanden hast, doch etwas erreicht.
A: Maria, Frau des Kompromisses und des Ausgleichs. Zeige uns durch Dein Leben, dass nicht der Weg mit dem Kopf durch die Wand, sondern der kluge Weg um die Wand herum, zum Ziel führt, auch in unserem Leben.
V: Wir singen des Lied Maria, dich lieben.
A: Lied. GL 521 Maria, dich lieben. 3 Strophen.
V: Früher wurden mehr als heute Litaneien gebetet. Der Begriff Litanei ist auch sprichwörtlich geworden. Eine schier endlose Liste von Aufzählungen wird im übertragenen Sinne als Litanei bezeichnet.
Eine dieser Litaneien, und wohl eine der bekanntesten, ist die lauretanische Litanei.
Sie bedeutet Litanei von der seligen und meint damit Maria.
Der Charme der Litanei ist, dass ein wundervolles Wechselgebet zwischen Vorbeter und Volk entsteht und eine immer tiefere Ausrichtung auf Maria hin.
Der Nachteil ist, dass einige der Ehrentitel für Maria, heute nicht mehr oder nur mehr schwer verstanden werden.
Man gerät in die Versuchung, nachzubessern, und einige Titel wegzulassen.
Alle beten immer die Zeile in Fettdruck. Diese Zeile wird auch dann immer wiederholt, wenn sie nicht mehr angedruckt ist. Insbesondere wird einfach nach Jeder Zeile mit einer Marienbetitelung bitte für uns gebetet: Den restlichen Text betet der Vorbeter.
Herr, erbarme dich.
Christus, erbarme dich.
Herr, erbarme dich.
Christus, höre uns.
Christus, erhöre uns.
Gott Vater im Himmel,
erbarme dich unser.
Gott Sohn, Erlöser der Welt
Gott Heiliger Geist
Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott
Heilige Maria,
bitte für uns.
Heilige Mutter Gottes
Heilige Jungfrau der Jungfrauen
Mutter Christi
Mutter der Kirche
Mutter der göttlichen Gnade
Mutter der Hoffnung
Du reine Mutter
Du keusche Mutter
Du unversehrte Mutter
Du unbefleckte Mutter
Du liebenswürdige Mutter
Du wunderbare Mutter
Du Mutter des guten Rates
Du Mutter des Schöpfers
Du Mutter des Erlösers
Du Mutter der Barmherzigkeit
Du weise Jungfrau
Du ehrwürdige Jungfrau
Du lobwürdige Jungfrau
Du mächtige Jungfrau
Du gütige Jungfrau
Du getreue Jungfrau
Du Spiegel der göttlichen Heiligkeit
Du Sitz der Weisheit
Du Ursache unserer Freude
Du Tempel des Heiligen Geistes
Du Tabernakel der ewigen Herrlichkeit
Du Wohnung, ganz Gott geweiht
Du geheimnisvolle Rose
Du Turm Davids
Du elfenbeinerner Turm
Du goldenes Haus
Du Arche des Bundes
Du Pforte des Himmels
Du Morgenstern
Du Heil der Kranken
Du Zuflucht der Sünder
Du Hilfe der Migranten
Du Trösterin der Betrübten
Du Hilfe der Christen
Du Königin der Engel
Du Königin der Patriarchen
Du Königin der Propheten
Du Königin der Apostel
Du Königin der Märtyrer
Du Königin der Bekenner
Du Königin der Jungfrauen
Du Königin aller Heiligen
Du Königin, ohne Makel der Erbsünde empfangen
Du Königin, in den Himmel aufgenommen
Du Königin des heiligen Rosenkranzes
Du Königin der Familien
Du Königin des Friedens
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt,
verschone uns, o Herr.
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt,
erhöre uns, o Herr.
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt,
erbarme dich unser, o Herr.
Bitte für uns, o heilige Gottesmutter.
Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Christi.
Gütiger Gott,
du hast allen Menschen Maria zur Mutter gegeben;
höre auf ihre Fürsprache;
nimm von uns die Traurigkeit dieser Zeit,
dereinst aber gibt uns die ewige Freude.
Durch Christus, unsern Herrn.
Amen.
V: Vielleicht können wir uns nun ein bisschen im freien Gebet üben.
Öffnen Sie sich dem Heiligen Geist, geben sie sich der Geistkraft Gottes hin.
Vielleicht fallen auch Ihnen Betitelungen für Maria ein, die Sie laut aussprechen möchten.
Die anderen beten danach: bitte für uns.
Vielleicht haben ihnen eine oder mehrere Anreden aus der lauretanischen Litanei besonders gefallen, und Sie möchten Sie wiederholen?
Vielleicht fallen ihnen eine oder mehrere Ehrenbezeugungen für Maria ein, die Sie mit den anderen teilen möchten?
Vielleicht gefallen Ihnen eine oder mehrere der folgenden Anreden, die mir eingefallen sind:
Du Revolutionärin, bitte für uns
Du Herzensmensch, bitte für uns
Du Einfühlsame, bitte für uns
Du verlassene Mutter, bitte für uns
Du Flüchtlingsfrau, bitte für uns
Du Schicksalsgeschlagene, bitte für uns
Du öfters Gescheiterte, bitte für uns
Du, die Du Angst und Sorgen kennst, bitte für uns
Du Brennglas der Geistkraft Gottes, bitte für uns
Du immer Offene, bitte für uns
Es wäre schön, ist aber kein Muss, wenn sich jeder von Ihnen wenigstens einmal zu Wort meldet.
V: Zum Abschluss singen wir das Lied; Wir ziehen zur Mutter der Gnade.
A: Lied Wir ziehen zur Mutter der Gnade GL 959. 3 Strophen
V: Ich bedanke mich sehr herzlich für Ihr Gebet und Ihre Teilnahme.
Bitten wir zum Abschluss Maria um ihren besonderen Segen:
Maria, mit dem Kinde lieb,
A: uns allen Deinen Segen gib!
Mai-Andacht 14.5.2025 – Zum besonderen Thema: Femizide und Gewalt an Frauen

Wir beginnen diese Andacht im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Ich möchte Sie herzlich zu dieser Maiandacht begrüßen.
Singen wir ein Marienlied.
Gotteslob 531
Begrüßen wir Maria in unserer Mitte, sie ist hier und hört uns:
Beten wir ein Ave Maria
Maria, Du leiderprobte Frau!
Maria, Du Schmerzensmutter!
Maria, Du Beistand so vieler in größter Not und in tiefem Elend!
Wir wissen, Du bist hier bei uns und hörst uns, wenn wir uns heute ganz besonders dem Leid vieler Mädchen und Frauen zuwenden möchten!
Sei auch bei uns, wenn wir jetzt aus der Heiligen Schrift lesen.
Ich möchte mit Ihnen eine Stelle aus dem Richterbuch lesen, die mich auf das Thema Femizide und Gewalt an Frauen, dem Thema der heutigen Andacht gebracht hat.
Die Geschichte von Jiftach und seiner Tochnter wird von der bereits verstorbenen deutschen Theologin Dorothée Sölle in einem ihrer Bücher feministischer Theologie als Zeichen der Unterdrückung der Frauen durch das Patriarchat aufgezeigt.
Lesung aus dem Buch der Richter (Richter 11,30 ff):
Jiftach legte dem Herrn ein Gelübde ab und sagte: Wenn du die Ammoniter wirklich in meine Gewalt gibst
und wenn ich wohlbehalten von den Ammonitern zurückkehre, dann soll, was immer mir (als Erstes) aus der Tür meines Hauses entgegenkommt, dem Herrn gehören und ich will es ihm als Brandopfer darbringen.
Darauf zog Jiftach gegen die Ammoniter in den Kampf und der Herr gab sie in seine Gewalt.
Er schlug sie im ganzen Gebiet zwischen Aroër und Minnit bis hin nach Abel-Keramim vernichtend (und nahm) zwanzig Städte (ein). So wurden die Ammoniter vor den Augen der Israeliten gedemütigt.
Als Jiftach nun nach Mizpa zu seinem Haus zurückkehrte, da kam ihm seine Tochter entgegen; sie tanzte zur Pauke. Sie war sein einziges Kind; er hatte weder einen Sohn noch eine andere Tochter.
Als er sie sah, zerriss er seine Kleider und sagte: Weh, meine Tochter! Du machst mich niedergeschlagen und stürzt mich ins Unglück. Ich habe dem Herrn mit eigenem Mund etwas versprochen und kann nun nicht mehr zurück.
Sie erwiderte ihm: Mein Vater, wenn du dem Herrn mit eigenem Mund etwas versprochen hast, dann tu mit mir, was du versprochen hast, nachdem dir der Herr Rache an deinen Feinden, den Ammonitern, verschafft hat.
Und sie sagte zu ihrem Vater: Nur das eine möge mir gewährt werden: Lass mir noch zwei Monate Zeit, damit ich in die Berge gehe und zusammen mit meinen Freundinnen meine Jugend beweine.
Er entgegnete: Geh nur!, und ließ sie für zwei Monate fort. Sie aber ging mit ihren Freundinnen hin und beweinte ihre Jugend in den Bergen.
Als zwei Monate zu Ende waren, kehrte sie zu ihrem Vater zurück und er tat mit ihr, was er gelobt hatte; sie aber hatte noch mit keinem Mann Verkehr gehabt. So wurde es Brauch in Israel,
dass Jahr für Jahr die Töchter Israels (in die Berge) gehen und die Tochter des Gileaditers Jiftach beklagen, vier Tage lang, jedes Jahr.
Wort des lebendigen Gottes.
Dank sei Gott.
Wir haben es gehört, hier wird uns von der gewaltsamen Tötung einer jungen Frau berichtet, ein Femizid angeblich sogar im Namen Gottes!
Die Getötete bleibt namenlos.
Sie verschwindet scheinbar in der Geschichte, nur den Namen ihres Vaters, eines bekannten Richters/Anführers des Volkes Israel erfahren wir.
Die Gewalt an Frauen ist so alt wie die Geschichte der Menschheit.
Es ist wichtig, die Schuld anzusprechen und die Schuldigen beim Namen zu nennen!
Das ist ein nötiger Schritt, um das Unrecht des Patriarchats zu brandmarken und – selbst wenn es in der Bibel steht – als Unrecht und mit dem Willen Gottes nicht vereinbar zu verurteilen.
Mädchen und Frauen wurden und werden auch heute noch wie Objekte behandelt, an denen der Mann Eigentum hat, über das er verfügt, wie es ihm beliebt.
Das Unrecht dieser Haltung, die aus Menschen Sachen machen will, ist tief, unerhört tief.
Es will als eine der Grundsünden der Menschen erscheinen, wenn Mächtige andere Menschen zu reinen Objekten, Sachen in ihrer Verfügung machen, statt die unantastbare Würde jedes Menschen aus seiner Selbst heraus und aufgrund seiner Gottesebenbildlichkeit zu respektieren und zu wertschätzen.
Dieses patriarchalische Grundübel sitzt so tief und wird als so selbstverständlich vorausgesetzt, dass es sogar Eingang in die Heilige Schrift gefunden hat.
Nie kann es von Gott gewollt sein, dass ein Mensch geopfert wird, auch nicht und erst recht nicht eine junge Frau.
Väter können nicht über sie verfügen, wie über ein Stück Vieh oder sonst eine Sache.
Was Kant vom Menschen sagt, gilt selbstverständlich auch für Gott: er darf Menschen nicht verzwecken. Der Mensch kann nie anders Zweck sein als reiner Selbstzweck.
- Die Menschen hielten, wie wir in der Lesung hörten, in Gedenken an die junge Frau jährlich ein Trauergedenken in den Bergen ab.
Jedes Jahr, immer wieder und unerträglicherweise, werden auch heute noch in Österreich und auf der ganzen Welt Frauen Opfer männlicher Gewalt.
Allein in Österreich wurden 2024 25 Frauen Opfer eines Femizids. Ca. jede zweite Woche wurde eine Frau getötet.
Ich möchte Sie bitten, dass wir gemeinsam eine Minute Stille halten im Gedenken an diese Frauen. Ungefähr auf jeden Atemzug in dieser Gedenkminute entfällt eine gewaltsam getötete Frau.
Stille
Vielleicht mögen Sie, wenn Sie in den Bergen sind, auch dort im Anschluss an die in der Lesung berichtete Tradition, ab jetzt eine Gedenkminute für die Frauen halten, die Opfer von Gewalt sind. Oder im Wald, oder sonst in der Natur. Wie es ihnen in den Sinn kommt.
Ich möchte mit Ihnen noch einen Text von mir teilen, in dem ich versuche, aus dem Licht der Botschaft Jesu und der modernen feministischen Theologie eine Antwort auf das Hiobbuch zu geben, jenem biblischen Buch, in dem – mehr als in allen anderen – die Frage nach dem Warum des – für uns oft sinnlosen – Leids gestellt wird. Im Hiob-Buch weist Gott Hiob zurecht und macht ihn ganz klein. Wo war er, Hiob, als Gott seine großen Taten tat? Er sei nicht nur der Gott eines kleinen Menschen, sondern auch für alle wilden Tiere zuständig.
In meinem Text spricht Gott als „die Liebende“ und somit grammatikalisch weiblichen Geschlechts zu uns, diese Bezeichnung wird auch in der Bibel in gerechter Sprache an vielen Stellen verwendet.
Spruch der Liebenden
Keine Sorge,
Ich bin’s, die Liebende.
Ich bin bei der zertretenen Schnecke,
bei dem kleinen Vöglein, das der Kuckuck aus dem Nest wirft,
bei dem verdorrten Pflänzlein, dem der Dornstrauch Licht und Wasser entzieht.
Bei der Witwe, fern von allen.
Bei der Verlassenen, der hoffnungslosen Kreatur.
Ich bin nicht im Turm von Schiloach
sondern unter den achtzehn Erschlagenen.
Ich bin bei der namenlosen Tochter, nicht bei Jiftach, ihrem Mörder, der sie angeblich in meinem Namen
verbrannte.
Ich bin beim Opfer, und nicht bei jenen, die Menschenopfer verbrechen.
Hiob, ich bin ganz bei Dir.
Bedingungslos klein und schwach.
Ganz im Deinem Weh und Ach.
Lasst uns ein Marienlied singen, das Salve Regina.
Salve Regina, mater misericordiae, Sei gegrüßt Du Königin, Mutter der Barmherzigkeit.
Gotteslob Nr. 666, 4
In diesem Lied steht die Zeile illos tuos misericordes oculos ad nos converte: wende uns Deine barmherzigen Augen zu.
In der Gewissheit, dass die barmherzigen Augen Mariens jetzt ganz auf uns gerichtet sind und ihre Ohren uns ganz aufmerksam und liebevoll zärtlich zuhören, möchten wir Maria bitten, unsere Fürbitten insbesondere für die vielen notleidenden Mädchen und Frauen zu Jesus ihrem Sohn zu tragen. Bitte antworten Sie alle mit den angegebenen Worten.
Maria, wir möchten beten für alle Mädchen und Frauen, die in Abhängigkeit von gewalttätigen Männern sind.
A: Maria, trag unser Gebet vor Jesus, Deinen Sohn.
Maria, wir möchten beten für alle Opfer sexualisierter Gewalt, Opfer von Vergewaltigung, Missbrauch, herabwürdigendem Verhalten, Belästigung und allen Grenzüberschreitungen, die Frauen allein durch ihr Frausein zu ertragen haben.
A: Maria, trag unser Gebet vor Jesus, Deinen Sohn.
Maria, wir möchten beten für alle Frauen, die traumatisiert sind, Ekel vor Männern haben, oder Ekel vor dem eigenen Körper, in denen immer wieder die erlittenen Erfahrungen von Missbrauch, Gewalt und Terror aufbrechen.
A: Maria, trag unser Gebet vor Jesus, Deinen Sohn.
Gotteslob 524 Meerstern ich Dich grüße, Strophe 1 und 2
Maria, wir möchten für alle Mädchen, Frauen und insbesondere die Mütter beten, die Gewalt an Kindern miterleben, mitansehen müssen und die sich schwertun, dagegen anzukommen.
A: Maria, trag unser Gebet vor Jesus, Deinen Sohn.
Maria, wir möchten bitten für alle Mädchen und Frauen, die mit alkoholkranken oder suchtkranken Menschen zusammenleben und gerade dadurch immer wieder in schwierige Situationen geraten.
A: Maria, trag unser Gebet vor Jesus, Deinen Sohn.
Gotteslob 524 Meerstern ich Dich grüße, Strophe 3 und 4
Maria, wir möchten für alle Mädchen und Frauen beten, denen die Last des Alltags, der schulischen, beruflichen und privaten Verpflichtungen zu viel wird und der Tag zu kurz.
A: Maria, trag unser Gebet vor Jesus, Deinen Sohn.
Maria, wir möchten für alle Mädchen und Frauen beten, die in Schule, Lehre oder Beruf, im privaten Umfeld, oder wo auch immer wegen Äußerlichkeiten, zum Beispiel wegen ihres Aussehens, ihres Gewichts und so weiter, verächtlich gemacht werden und deren Selbstwert massiv leidet.
A: Maria, trag unser Gebet vor Jesus, Deinen Sohn.
Maria, wir möchten für alle Mädchen und Frauen beten, die sich nicht so annehmen können, wie sie sind, weil sie schon so viel Ablehnung und unfaire Beurteilung erleben mussten, dass sie nicht mehr an sich selbst glauben können.
A: Maria, trag unser Gebet vor Jesus, Deinen Sohn.
Maria, wir beten für alle Frauen, die sich nicht anders zu helfen wissen, als ihren Körper zu verkaufen, um ihr Überleben zu sichern. Viele sind in Abhängigkeiten, aus denen sie rauswollen, aber nicht rauskönnen.
A: Maria, trag unser Gebet vor Jesus, Deinen Sohn.
Gotteslob 524 Meerstern ich Dich grüße, Strophe 5 und 6
Maria, wir möchten für alle Frauen beten, die nicht wissen, wie sie ihre Kinder durchbringen sollen, weil sie alleinerziehend und/oder arbeitslos sind oder in prekären Beschäftigungsverhältnissen stecken.
A: Maria, trag unser Gebet vor Jesus, Deinen Sohn.
Maria, wir möchten beten für alle Mädchen und Frauen, die geflüchtet sind, aber auch für jene, die unversorgt in ihren Heimatländern zurückgeblieben sind.
A: Maria, trag unser Gebet vor Jesus, Deinen Sohn.
Maria, wir möchten für alle Mädchen und Frauen beten, die ungewollt schwanger geworden sind und keine gangbaren Wege sehen, ihr Kind auf die Welt zu bringen.
A: Maria, trag unser Gebet vor Jesus, Deinen Sohn.
Gotteslob 524 Meerstern ich Dich grüße, Strophe 7
Maria, wir möchten für alle alten und gebrechlichen Frauen beten, insbesondere jene, die von ihren Kindern verlassen wurden und die niemanden mehr haben, der sich um sie kümmert.
A: Maria, trag unser Gebet vor Jesus, Deinen Sohn.
Maria, wir tragen viele unausgesprochene Anliegen in unseren Herzen.
Lege auch diese Jesus hin, er ist unser Heiland, unser Erlöser.
A: Maria, trag unser Gebet vor Jesus, Deinen Sohn.
Maria, wir wissen uns von Dir geliebt. Aus Dankbarkeit wollen wir Dir ein Lied singen:
Gotteslob 521, Maria, Dich lieben, erste bis dritte Strophe
Maria, Du hast bei Deinem Besuch Deiner Base Elisabeth im Hochland von Judäa, Gott gelobt, weil er die Armen und Geknechteten erhöht und die Reichen vom Thron stürzt.
Wir denken dabei an alle unterdrückten Frauen, an die Entmachteten und jene, denen trotz Eignung der Zugang zu Leitungsämtern in Politik, Wirtschaft und Kirche vorenthalten wird.
Wir hoffen darauf, dass die Patriarchen in der Politik entthront werden und Frauen an deren Stelle nachrücken.
Wir ersehnen, dass die Führungsetagen in der Wirtschaft von der Dominanz der Männer befreit werden und Frauen in deren Posten gehoben werden.
Wir fordern, dass der unerträgliche Sexismus in der Kirche, der Frauen von den Ämtern der Diokonisse, Priesterin, Bischöfin und warum nicht auch Päpstin kategorisch ausschließt, ein Ende nehmen möge und Frauen, die dazu mindestens genauso gut befähigt sind wie Männer, endlich auch diese Ämter bekleiden können.
Es bedarf einer Revolution, einer wie Du, Maria, sie im Magnifikat besungen hast:
Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sein;
Er stürzt die Mächtigen vom Thron
Und erhöht die Niedrigen.
In diesem Sinne, als Kampflied für die Ermächtigung der entmachteten und unterdrückten Mädchen und Frauen, wollen wir das Magifikat singen:
Gotteslob 631 3 und 4
Maria, danke für diese gemeinsame Gebetszeit.
Maria, danke für diese Andacht.
Maria, danke für Deine ausgestreckten Arme.
Maria, danke für Deine segensreichen Hände.
Maria, danke für jeden liebevollen Blick.
Maria, danke für Dein stets offenes Ohr,
Maria, danke dass sich bei Dir viel Verkrampftes löst und Verborgenes an- und ausgesprochen werden kann,
Maria, danke, dass Du unser Vertrauen nicht missbrauchst,
Maria, danke dafür, dass Du immer Wege ohne Gewalt gehst, Wege voller Zärtlichkeit und Zuwendung,
Du lässt uns nie allein zurück.
Zum Abschluss bitten wir mit einem Lied um Deinen besonderen Schutz:
Gotteslob 534 Maria, breit den Mantel aus
Liebe Pfarrgemeinde, liebe Damen und Herren, liebe Mitbeter:
Ich möchte mich herzlich für Ihr Mitwirken am Gelingen dieser Andacht bedanken. Ich hoffe, das eine oder andere hat sie angesprochen und ihnen vielleicht sogar gefallen.
Liebe Freunde Mariens, der uns liebende Gott ist auf unserer Seite und geht mit uns hinaus in die Welt, in der wir nun wieder gesandt sind.
Gott segne dieses Wasser, damit wir uns damit ein Zeichen Deiner Zuwendung zu uns und zu allen Menschen, besonders zu jenen, für die wir heute gebetet haben, geben.
Nehmen Sie nun ein bisschen Weihwasser aus der herumgereichten Schale und segnen Sie damit Ihre Nächsten.
Nehmen Sie Gottes und Mariens Segen mit und tragen sie ihn weiter.
Kreuzweg 27.3.2026

Kreuzweg
Eine Station vorab:
Welche Rolle spielt Judas in Jesu Leidensgeschichte, welche wir?
(1) Satan „gibt es Judas ein“
Diese Linie findet sich vor allem im Johannesevangelium und bei Lukas:
🔹 Joh 13,2
„…und der Teufel hatte Judas, dem Sohn des Simon Iskariot, schon ins Herz gegeben, ihn auszuliefern.“
🔹 Joh 13,27
„Und nach dem Bissen fuhr der Satan in ihn.“
🔹 Lk 22,3–4
„Da fuhr der Satan in Judas, genannt Iskariot… Und er ging hin und besprach sich mit den Hohenpriestern… wie er ihn ihnen überliefern könnte.“
(2) Es geschieht „damit sich die Schrift erfüllt“ / im Willen des Vaters
Hier wird Judas’ Handlung in einen größeren Heilszusammenhang gestellt:
🔹 Joh 17,12
„…und keiner von ihnen ging verloren außer dem Sohn des Verderbens, damit die Schrift erfüllt werde.“
🔹 Joh 13,18
Jesus zitiert Ps 41,10: „…damit die Schrift erfüllt werde: Der mein Brot aß, hat seine Ferse gegen mich erhoben.“
🔹 Apg 1,16
Petrus über Judas: „…es musste die Schrift erfüllt werden, die der Heilige Geist durch den Mund Davids vorausgesagt hat über Judas…“
(Hier wird Judas’ Rolle ausdrücklich als Teil des göttlichen Vorherwissens und der Schrifttradition gedeutet.)
(3) Judas’ Reue, Verzweiflung und Tod
Diese Linie findet sich ausschließlich im Matthäusevangelium:
🔹 Mt 27,3–5
„Als Judas… sah, dass Jesus verurteilt war, reute es ihn… Er warf die Silberstücke in den Tempel, ging weg und er erhängte sich.“
Was nun also: Ist nun Satan schuld, oder war es Gottes Plan im Voraus? Oder war es doch am Ende Judas‘ Schuld?
Sind das Widersprüche oder nur Paradoxa?
Was ist von der vierten Strophe von „O Haupt voll Blut und Wunden“ zu halten?
Was du, Herr hast erduldet,
ist alles meine Last;
ich, ich hab es verschuldet,
was du getragen hast […]
Hier identifizieren wir, die Sänger des Liedes, uns mit Judas, doch diese Last ist nicht zu tragen. Daher müssen wir die Last doch Jesus zurückgeben.
Judas blieb allein, wir nicht, wir gehen zum Auferweckten.
Daher hat meine nun folgende Kreuzwegandacht eine fünfzehnte Station, in der wir – sinnhaft und betend – die Auferweckung Jesu in den Karfreitag hinein vorwegnehmen.
Wir durchschreiten den Karfreitag der Gottesferne mit einem Lied gegen Ende, das ich aus dieser Gottesnacht heraus geschrieben habe, aber nicht, ohne den Ostersonntag wenigstens dann doch im Kreuzweg schon durchscheinen zu lassen.
Für mich persönlich wäre sonst die Nacht zu dunkel, ich brauche die Restwärme der Hoffnung auch im Kreuzweg, das „in Deine Hände lege ich“ (Beziehung aufrechterhalten) auch im Moment des „warum hast Du mich verlassen?“ (Beziehungsende).
<“Bleibet hier und wachet mit mir“, Gotteslob Nummer 286>
Erste Station: Jesus wird zum Tode verurteilt
Kann die Verurteilung Jesu zum Tod vom Vater gewollt sein?
Kann Jesus damit gehorsam bis zum Tod gewesen sein?
Einer modernen Ethik hält dieses Denken nicht stand.
Heute gilt ein absolutes Folterverbot. Ein Einzelner darf nicht im Interesse der Vielen geopfert werden.
Jesus musste sterben, weil er Gewalt kategorisch ablehnte und keine weltliche Macht ausüben wollte.
Nach den Kriegen dieses und des letzten Jahrhunderts fangen wir mit Gehorsam bis zum Tod nichts mehr an.
Auch die leidige Tradition, „den Juden“ die Schuld an der Verurteilung Jesu zuzuschieben, muss enden, sie hat bis zum Holocaust geführt.
Herr Jesus, durch Dein Heiliges Kreuz und Deine Auferstehung hast Du die Welt erlöst.
Herr Jesus!
Du wurdest zum Opfer der Machtgier, die das scheinbar Bessere über den Wert eines Menschenlebens stellte. Deshalb wurdest Du unschuldig zum Tod verurteilt.
Du stehst an der Seite aller ungerecht verfolgten Menschen.

Zweite Station: Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern
Der Weg nach draußen vor die Tore der Stadt ist weit und beschwerlich.
Ohne Gegenrede lässt sich Jesu die Bürde des Kreuzes auferlegen.
Das Kreuz lastet schwer auf Jesu Schultern, den gesamten langen Weg hinaus.
Herr Jesus, durch Dein Heiliges Kreuz und Deine Auferstehung hast Du die Welt erlöst.
Herr Jesus!
Du hast Dich Deinem Schicksal gefügt und Dich Deinem Kreuz ergeben.
Du stehst an der Seite derer, die ein schweres Los zu tragen haben.
Dritte Station: Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz
Das Kreuz lastet zu schwer.
Es drückt Jesus nieder, er fällt zu Boden.
Die Soldaten prügeln auf ihn ein, bis er sich wieder aufraffen kann, erneut aufzustehen.
Herr Jesus, durch Dein Heiliges Kreuz und Deine Auferstehung hast Du die Welt erlöst.
Herr Jesus!
Der Boden gibt nach unter Deinen Füßen und Du fällst nieder.
Du stehst an der Seite derer, die unter ihrer Last zusammenbrechen.

Vierte Station: Jesus begegnet seiner Mutter
Was wiegt wohl schwerer?
Das Leid und die Pein, die Demütigung und die Schmerzen Jesu?
Oder das ohnmächtig Zusehen-Müssen Mariens, wie der eigene Sohn zu Tode geschunden wird?
Herr Jesus, durch Dein Heiliges Kreuz und Deine Auferstehung hast Du die Welt erlöst.
Herr Jesus!
Das Mitleiden Deiner Mutter an Deinem eigenen Leiden ist nicht mitanzusehen. Es ist unerträglich. Sie tut Dir unendlich leid. Doch Du kannst nichts für sie tun.
Du stehst an der Seite aller Mütter und Väter, die ihre Kinder leiden sehen müssen oder sie gar verloren haben.
Fünfte Station: Simon von Zyrene hilft Jesus das Kreuz zu tragen
Das Kreuz ist zu schwer für Jesus. Es ist nicht zu stemmen.
Gemeinsam geht es etwas leichter.
Herr Jesus, durch Dein Heiliges Kreuz und Deine Auferstehung hast Du die Welt erlöst.
Herr Jesus!
Ein wildfremder Mann steht Dir auf Deinem schwersten Weg zur Seite.
Du stehst an der Seite aller, die mitanpacken, wenn Not am Mann ist.

Sechste Station: Veronika reicht Jesus das Schweißtuch
Ein bleibender Abdruck Deines Gesichts ist auf Veronikas Schweißtuch zu sehen.
Sein Leben hinterlässt sichtbare Spuren. Spuren, in denen wir ihm nachfolgen können.
Herr Jesus, durch Dein Heiliges Kreuz und Deine Auferstehung hast Du die Welt erlöst.
Herr Jesus!
Veronika verschafft Dir eine kleine Erleichterung.
Du stehst an der Seite aller, die den anderen eine helfende Hand reichen.

Siebente Station: Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz
Wieder wird Jesus die Last zu groß.
Wieder strauchelt er und wieder stürzt er.
Herr Jesus, durch Dein Heiliges Kreuz und Deine Auferstehung hast Du die Welt erlöst.
Herr Jesus!
Wieder liegst Du am Boden. Wieder kämpfst Du, um Dich wieder aufzurichten.
Du stehst an der Seite derer, die ihr Leben nicht mehr stemmen können.

Achte Station: Jesus begegnet den weinenden Frauen
Weint nicht um mich, sondern um Eure Töchter und Söhne.
Dieser Wehruf Jesu lässt uns an die Jahrhunderte der Unterdrückung des jüdischen Volkes denken und an die Vernichtung in der Shoah. Ja, es sollte noch größeres Leid auf das jüdische Volk zukommen. Da kann man nur weinen, weinen, weinen.
Herr Jesus, durch Dein Heiliges Kreuz und Deine Auferstehung hast Du die Welt erlöst.
Herr Jesus!
Du blickst nicht auf Dein eigenes Leid, sondern auf das der anderen.
Du stehst an der Seite derer, die völlig sinnlos verfolgt, dahingeschlachtet und vernichtet werden und weinst über die Opfer und ihre Schlächter.

Neunte Station: Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz
Jesu ist am Ende seiner Kräfte.
Er kann nicht mehr.
Er fällt und bleibt liegen.
Nichts geht mehr.
Herr Jesus, durch Dein Heiliges Kreuz und Deine Auferstehung hast Du die Welt erlöst.
Herr Jesus!
Du hast Dich total verausgabt. Du liegst müde und geschunden am Boden.
Du stehst an der Seite derer, die daniederliegen und nicht mehr aufkommen.

Zehnte Station: Jesus wird seiner Kleider beraubt
Die Erniedrigung ist eine totale.
Sie ziehen Dich nackt aus und verspotten Dich.
Dir bleibt nichts als Schande.
Herr Jesus, durch Dein Heiliges Kreuz und Deine Auferstehung hast Du die Welt erlöst.
Herr Jesus!
Du bist entblößt und entehrt. Du hast keinerlei Würde mehr.
Du stehst an der Seite aller Nackten und Würdelosen.
Elfte Station: Jesus wird ans Kreuz genagelt
Jesus kann sich nicht wehren. Er wird an den Pfahl der Schande gehängt wie ein Schaustück.
Da hängt er nun. Gequält und verflucht.
Herr Jesus, durch Dein Heiliges Kreuz und Deine Auferstehung hast Du die Welt erlöst.
Herr Jesus!
Mit brutaler Gewalt stemmen Deine Peiniger die eisernen Nägel in Deine Hände und Füße.
Du stehst an der Seite aller Gequälten und Gepeinigten.
Zwölfte Station: Jesus stirbt am Kreuz
Angst, Trauer, Verzweiflung ergreifen Jesus.
Wozu? War alles ein Fehler?
Warum? Womit habe ich dies verdient?
Mein Gott, warum hast Du mich verlassen?
Was habe ich Dir angetan?
Herr Jesus, durch Dein Heiliges Kreuz und Deine Auferstehung hast Du die Welt erlöst.
Herr Jesus!
Du hast unsagbare Todesangst, am schwersten wiegt die Angst, dass Gott Dich verlassen hat.
Du stehst an der Seite aller Sterbenden, Hoffnungslosen, Einsamen und Verlassenen.

<“Jesus, höchster Name“ laut Liederbuch der kbw Nummer 81>
Dreizehnte Station: Jesus wird vom Kreuz genommen und in den Schoß seiner Mutter gelegt
Wie ist das zu ertragen?
Der eigene geliebte Sohn tot. Sinnlos gemartert.
Jeder Ehre beraubt und qualvoll verreckt.
Was soll jetzt kommen?
Herr Jesus!
Maria ist bei Dir geblieben. Und auch Gott ist bei Dir geblieben. Er hat Dich nie verlassen, auch wenn Du das nicht mehr spüren konntest. Dein Vater und Deine Mutter haben mitgelitten. Sie sind tief getroffen.
Du stehst an der Seite aller, die durchhalten müssen in aller Hoffnungslosigkeit und Aussichtslosigkeit.
Vorbemerkungen zum Lied:
- Beim ersten Wiederholungstakt gleich weitersingen, es wird nicht wiederholt. Also: Und schöne Worte bot.
- Die Pause am Beginn der zweiten Seite ist bewusst da. Ruminatio (Ruhe, Stille zwecks Wiederkäuens) zu „Du sollst mir Sündenbock sein?“ – das Lied ist nicht zu Ende, warten Sie auf die Reprise nach der Pause und singen Sie dann weiter mit.






Vierzehnte Station: Der heilige Leichnam Jesu wird ins Grab gelegt
Jesus geht den Weg der Sterblichen, den letzten Weg. Den Weg ins Grab.
Niemand erwartet mehr ein Wunder.
Was soll schon noch kommen?
Herr Jesus!
Bist Du gescheitert? War alles vergebens? Droht Dir das Vergessenwerden? Versinkst Du im Loch?
Du stehst an der Seite aller, an die niemand mehr glaubt und von denen sich niemand mehr etwas erhofft.

Fünfzehnte Station: Gott erweckt Jesus zu neuem Leben
Jesus Weg ist noch nicht zu Ende.
Es gibt einen Neubeginn.
Einen Neubeginn für alle.
Herr Jesus!
Du bist das Licht am Ende des Tunnels.
Du stehst an der Seite aller Menschen, der Lebenden und der Toten, der Glaubenden und der Zweifler, der ganzen weiten Menschheit in all ihren Farben. Durch Deine Auferstehung kommen sie alle zu neuem Leben in Fülle und Heil.
Liebe Kreuzweggeher*innen!
Stellen wir uns unter den Segen des Gekreuzigten und Auferweckten!
Übergeben wir ihm unsere Last, wenn wir sie allein nicht tragen können.
Jesus hat so vieles getragen, und so viele; er trägt auch uns!
Jetzt und morgen – ja, immer.
So segne uns Gott – der mütterliche Vater, Jesus, unser Bruder und die Heilige Geistkraft!
Amen!
Mein Rosenkranz
Mein Credo
Ich glaube an Gött*in, die mir guttut, weil sie mir guttut und auch ein wenig damit sie mir guttun kann.
Ich spreche zu ihr als einem Du: Mutter und Vater zugleich. Gött*in ist aber übergeschlechtlich. Mir tut sie im weiblichen Geschlecht viel besser als im männlichen. Der Zugang ist zärtlicher, angstfreier und unbelasteter.
Ich glaube auch an Jesus, den Messias, Sohn Mariens. Er ist unser kyrios.
Jesus öffnete sich ganz der Geistkraft Gottes, der Ruach.
Er verkündete und verkörperte das Reich Gottes auf Erden.
Er wurde brutal ermordet am sinnlosen Kreuz.
Nach dem Warten des Karsamstags, hat Gott Jesus vom Tod auferweckt.
Das österliche Geschehen ist Siegel und Beglaubigung Gottes für Jesus, seine Verkündigung, sein Wirken und seinen Weg der grenzenlosen Liebe.
Wie alle Menschen, die seit jeher gestorben sind, ist Jesus nun ganz bei Gott.
Ich glaube an die Geistkraft Gottes.
Sie zeltet in unseren Herzen.
Sie betet in mir und mit mir.
Sie spricht in mir und mit mir.
Es tut mir auch gut, dass ich in der universalen Kirche aufgehoben bin, in der Gemeinschaft aller Menschen, vergangener, gegenwärtiger und zukünftiger.
Ich glaube an die Sündenvergebung: untereinander und uns selbst gegenüber.
Das ewige Leben haben bedeutet nicht: nicht zu sterben. Es bedeutet: hier und jetzt im Kairos, in der Schechina zu leben. Ohne Angst, ohne Unfreiheit. Im Schalom.
Der Ort meines Glaubens ist das Zwischen: der Heilige Bindestrich zwischen Ich-Du, zwischen Wir-Gott. Ereignis, Prozess und Werden. Gehen. Die Zeit meines Glaubens ist der Kairos im Hier und Jetzt.
Die Quintessenz meines Glaubens ist: Liebe nur!
Amen.
Vater in uns, um uns und über uns
Geheiligt werde Dein Name.
Vater in uns, um uns und über uns
wir sehnen uns nach Deinem Reich.
Vater in uns, um uns und über uns
Dein Wille geschehe.
Vater in uns, um uns und über uns
gib uns unser täglich Brot.
Hilf uns zu vergeben
jenen die uns schuldig sind.
Und vergib auch uns,
was schiefgegangen ist.
Vater in uns, um uns und über uns
Führ uns durch jede Versuchung.
Vater in uns, um uns und über uns
Und vom Bösen befrei´ uns allezeit.
Denn Dein ist die Herrlichkeit
und die Kraft der Liebe.
Denn Dein ist die Herrlichkeit
und das Friedensreich.
Denn Dein ist die Herrlichkeit
und die Kraft der Liebe.
Denn Dein ist die Herrlichkeit
In Zeit und Ewigkeit.
Vater in uns, um uns und über uns
Geheiligt werde Dein Name.
Vater in uns, um uns und über uns
Wir sehnen uns nach Deinem Reich.
Geistkraft Gottes!
Du, unsere liebende Mutter,
Du bist für uns da,
wie Dein heiliger Name uns sagt.
Komm zu uns mit all Deiner Fülle,
und hilf uns, den Willen Gottes zu tun,
immer und überall.
Du nährst uns bei Tag an Deiner Brust,
und nimmst uns zu Dir bei der Nacht.
Du bist stark und trägst unsere Last,
wie auch wir mittragen an der Last unserer Schwestern und Brüder.
Du hilfst uns, trotz aller Widrigkeiten, zu bestehen.
In Dir sind wir erlöst.
Denn alles ist Dein Eigentum,
beständig wirkt Deine alles erneuernde Kraft und
in Dir wird uns Deine Herrlichkeit zuteil.
Amen
Gegrüßet seist Du, Maria, voll der Gnade,
der Herr ist mit Dir.
Du bist gesegnet unter den Frauen,
und gesegnet ist die Frucht Deines Leibes,
Jesus, dem wir vertrauen.
Heilige Maria,
Mutter Jesu,
geh mit uns unseren Pilgerweg
heute und allezeit. Danke.
Amen
Gegrüßet seist Du, Maria, voll der Gnade,
der Herr ist mit Dir.
Du bist gesegnet unter den Frauen,
und gesegnet ist die Frucht Deines Leibes,
Jesus, mit dem wir hoffen.
Heilige Maria,
Mutter Jesu,
geh mit uns unseren Pilgerweg
heute und allezeit. Danke.
Amen
Gegrüßet seist Du, Maria, voll der Gnade,
der Herr ist mit Dir.
Du bist gesegnet unter den Frauen,
und gesegnet ist die Frucht Deines Leibes,
Jesus, in dessen Liebe wir ihm folgen.
Heilige Maria,
Mutter Jesu,
geh mit uns unseren Pilgerweg
heute und allezeit. Danke.
Amen
Ehre sei der Mutter,
Ehre sei Jesus, dem Menschensohn,
und Ehre sei der Geistkraft.
Sie verbinden Anfang und Ende zu einem ganzen Geschehen im Zwischen-Raum der liebenden Friedens-Gemeinschaft und in der Zwischen-Zeit der gelebten, erfüllten und erfüllenden Zeit.
(ein alternatives Fatima-Gebet, das mir guttut)
Mein Jesus,
hilf, uns selbst verzeihen zu können,
bewahre uns davor, uns nicht lieben zu können,
Du nimmst alle Menschen an, so wie sie sind,
besonders jene, die an sich und an Dir zweifeln.
Amen
(nun immer in fünfmal in Folge: Vater in uns + Geistkraft Gottes, dann zehnmal Gegrüßet seist Du mit folgenden Rosenkranzgeheimnissen, und Heilige Maria, Ehre sei der Mutter, Mein Jesus.)
Jesus, zu dem wir immer kommen können
Jesus, der alle unsere Sorgen und Nöte kennt
Jesus, der alles von uns nimmt, was uns nicht guttut
Jesus, der stark ist und alles tragen kann
Jesus, der uns ganz heil macht
Gerne kann das Credo im Plural des Wir gebetet werden (Wir glauben…), wenn sich zwei finden, die sich mit diesem doch sehr alternativen Liebes-, Gebets-, Lebens- und Heils-Ansatz identifizieren können.
Heiligung des Alltags
Heiligung des Alltags – im Gebet leben
Heiligung des Alltags ist sehr leicht misszuverstehen, im Sinne einer Werksgerechtigkeit.
Mir geht es um etwas ganz anderes:
Leben im Gebet.
Alles ist mir Gebet.
Alles ist mir Beten.
Ob Arbeit oder Ruhn‘,
ob Stillsein oder Tun.
Immerzu bete ich.
Und Gott betet in mir und mit mir.
Ich habe vor kurzem einem Freund gesagt, man kann immer beten, auch in der Arbeit.
Er entgegnete: nein, auf dem Dach (er ist Handwerker), da kann ich nicht beten.
Er meinte wohl Gebete rezitieren.
Ich meine in Harmonie und Kohärenz mit dem Heiligen sich zu bewegen, es geschehen zu lassen, dass man arbeitet, in der inneren Ruhe der Einheit mit dem Göttlichen.
Achtsam die Betten machen – auch für die Partnerin – das ist mir Gebet.
Dankbar zu sein, wenn umgekehrt die Partnerin mein Bett macht, das ist mir Gebet.
Gebet ist mehr musikalisch als textuell.
Gebet ist mehr impressiv als expressiv.
Gebet ist mehr implizit als explizit.
Gebet ist mehr inwendig als auswendig.
Gebet ist Geschehen im Kairos.
Gebet ist reines Geschenk in Fülle.
Gebet ist mir nie Pflicht, nur Freude.
Warten als Gebet. Ich bin wohl einer der wenigeren Menschen, die gerne warten. Es gibt mir Gelegenheiten. Es ist mit Durchleben des Karsamstag, etwas, das zu Gutem hinführt. Erfülltes Warten. Spirituelles Warten.
Gebet ist Gott in mir, nicht ich vor Gott.
Es ist nicht die Bewegung von mir zu Gott, sondern die Bewegung von Gott zu mir.