From What Is the Case to the Limits of Case Formation

Zwischen Wittgensteins Tatsachen und Heideggers Dasein

Publikation, 2026

Die Arbeit verbindet Überlegungen aus Was der Fall sein kann und Fallbildung mit Wittgensteins Tractatus Logico-Philosophicus und Heideggers Sein und Zeit. Ausgangspunkt ist die Frage, welche schwächeren Bedingungen bereits vorausgesetzt werden müssen, bevor starke philosophische Kategorien wie bestimmte Faktizität oder Dasein gerechtfertigt angewendet werden können.

Dazu wird die Methode der regressiven Minimalisierung entwickelt: Von einer starken Kategorie wird auf eine schwächere notwendige Bedingung zurückgegangen, ohne beide miteinander gleichzusetzen. Auf der Wittgenstein-Seite führt dies von bestimmter Faktizität zu Bestimmbarkeit und Nicht-Indifferenz, auf der Heidegger-Seite von Dasein zu schwächeren Formen unterscheidender Antwortfähigkeit und Fallbildung.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die begriffliche Fortführung ohne Zuschreibung: Ein philosophischer Text kann eine neue Frage eröffnen, ohne dass die daraus entwickelte Theorie dem ursprünglichen Autor als dessen eigene Lehre zugeschrieben wird.

Die Untersuchung führt schließlich an die Grenze der Fallbildung. Dabei wird zwischen dem, was der Fall ist, dem, was für eine unterscheidende Instanz zu einem Fall werden kann, und dem unterschieden, was für uns überhaupt artikulierbar ist. Aus fehlender Artikulierbarkeit oder Fallbildung folgt nicht bereits Nichtsein. Die Grenze unserer begrifflichen Artikulation darf daher nicht stillschweigend zur Grenze dessen werden, was sein kann.

Zitation:
Eigler, D. (2026). From What Is the Case to the Limits of Case Formation. Zenodo.
https://doi.org/10.5281/zenodo.22046347

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